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The Guard – Ein Ire sieht schwarz
Der Publikumsliebling des Sundance Film Festivals und der Berlinale. Seit Roddy Doyles Trilogie (The Commitments, The Snapper, Fish & Chips) und Lang lebe Ned Devine sind gelungene Komödien von der grünen Insel eher selten geworden. Mit The Guard beweist Regisseur und Autor Michael McDonagh aber, dass die Iren ihren Humor keineswegs verloren haben.

Seit Roddy Doyles Trilogie (The Commitments, The Snapper, Fish & Chips) und Lang lebe Ned Devine sind gelungene Komödien von der grünen Insel eher selten geworden. Mit The Guard beweist Regisseur und Autor Michael McDonagh aber, dass die Iren ihren Humor keineswegs verloren haben.

Brendan Gleeson spielt den Provinzpolizisten Gerry Boyle. Er schiebt einen ruhigen Dienst in Connemara an der irischen Westküste, dort, wo die Wiesen grün sind, das Meer rau ist und sich außer einigen dickköpfigen Iren nur Schafe gute Nacht sagen. Boyle lebt nach ganz eigenen Maßstäben: er kümmert sich liebevoll um seine todkranke Mutter im Heim, nimmt Kleinkriminellen ihre Drogen ab, probiert dabei immer mal wieder, wie das Zeug denn so wirkt, und nimmt gerne die Handschellen mit zu seiner Lieblingsprostituierten. Aber er hat das Herz auf dem rechten Fleck und ist im Gegensatz zu seinen Vorgesetzten nicht käuflich.

Doch als plötzlich die Leiche eines Drogenschmugglers auftaucht und sich neben arroganten Kollegen aus der Hauptstadt auch das FBI in den Fall einmischt, zeigt Doyle den arroganten Großstadtpolizisten, dass mit ihm zu rechnen ist. Dabei verschont er den schwarzen FBI-Kollegen Wendell Everett (wunderbar trocken: Don Cheadle), nicht vor seinen rassistischen Sprüchen. Dennoch wird schnell klar, dass nur sie beide sich auf einander verlassen können, und die Lösung des Falls in ihrer Hand liegt.

Mit Gleeson und Cheadle hat McDonagh ein ungleiches Polizistenpaar erfunden, das zur Freude des Publikums nichts lieber tut, als sich gegenseitig zu beharken: Gleeson gibt den politisch unkorrekten Provinzbullen mit sichtbar viel Vergnügen. Nicht minder Spaß scheint Don Cheadle an dessen Gegenstück zu haben: präzise, geradlinig, humorlos, aber schlagfertig. Wie zwei ungleiche Cowboys ziehen die beiden zur Musik von Calexico in den unvermeidlichen Shoot-Out, um den Koksschmugglern das Handwerk zu legen.

Die dritte Hauptrolle spielt die westirische Landschaft. McDonagh, dessen Eltern aus der Gegend stammen, und sein irischer Produzent Ed Guiney haben nicht nur der einsamen Schönheit der Küsten und des offenen Moorlands eine Reverenz erwiesen. Im Zusammenspiel mit den Bewohnern und ihrer gälischen Sprache wird Connemara zu einem fremdartigen, ungewöhnlichen Schauplatz der sich für grandiose Epen eignen würde und The Guard zu einem irischen Western werden lässt.

Der Film – stilvoll fotografiert von Larry Smith (Eyes wide shut) bezaubert durch anhaltende Spannung, gestochen scharfe Dialoge, schräge Figuren und einen wunderbar subversiven Humor. Trotz, oder auch wegen der Krise haben die Iren immer noch Grund zum Lachen.

OLK
Quelle: Yorcker
Mehr Infos auf www.yorck.de