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Lob des Wässrigen

Irgendwie, instinktiv weiß doch jeder, dass Schwimmen eine so schlechte Sache nicht sein kann. Schließlich, und das leugnen nun wirklich nur noch die fundamentalistischsten Gemeinden einiger Südstaaten Amerikas, ist auch der Homo Sapiens entwicklungsgeschichtlich betrachtet der Ursuppe entstiegen. Konnte also ohne jeden Zweifel schon im frühesten Stadium seines Werdegangs – schwimmen! In der Antike gehörte dieser fabelhafte Wassersport unbedingt zum guten Ton, bei den Griechen beispielsweise zeugten Lesen und Schwimmen von ehrenwertem Stand und hoher Bildung.
Die Römer später erschlossen das militärische Potential und nötigten ihre Soldaten, die Brustdisziplin im Fluss samt Rüstung auszuüben. Nur das finstere Mittelalter erkannte wegen der spärlichen Bekleidung eine Attacke auf die Sittlichkeit und ächtete den ganzkörperlichen Wasserkontakt. Man blieb gern ein Leben lang Nichtschwimmer, was zu einer umfangreichen Statistik über Todesfälle durch Ertrinken führte. Aber das war nur eine Episode und heute gehört Schwimmen längst wieder zu den beliebtesten und vor allem gesündesten Sportarten überhaupt.
Die hohe Dichte des Wassers lässt körperliche Bewegung praktisch im Zeitlupentempo ablaufen. Durch den größeren Widerstand des Elements steigt der Körpereinsatz und damit der Energie- und Kalorienumsatz. Im Wasser wird praktisch mehr verbrannt, wobei die Experten hier trotzdem keine Schlankheitsdisziplin erkennen, zumindest nicht einhellig. Der Auftrieb wirkt gelenk- und knochenschonend, die Temperatur fördert den Kreislauf, der erhöhte Druck sorgt für eine Steigerung des Herzvolumens und langfristig für eine ökonomischere Herzfrequenz. Zudem wird die Atemmuskulatur sowie Haut- und Bindegewebe gestärkt, die Schweißdrüsentätigkeit und damit die Entgiftung wird angeregt und nicht zuletzt verbessert sich die Immunabwehr.

Natürlich wirken die unterschiedlichen Schwimmstile Kraulen, Brust, Rücken und Delphin in unterschiedlicher Weise auf den zu stählenden Körper und wie in jeder anderen Sportart auch führt erst eine gewisse Regelmäßigkeit zu den gewünschten Ergebnissen. Wohltuend aber ist das Eintauchen ins feuchte Element in jedem Fall und sei es, um sich der Betrachtung des größten deutschen Schwimmers, Johann Wolfgang von Goethe, hinzugeben: "Beim Baden sei die erste Pflicht, dass man sich nicht den Kopf zerbricht! Und dass man immer nur studiere, wie man ein lust`ges Leben führe!"

L.

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