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Redaktionelles aus dem Bereich Fun- & Trendsport
Von Zockern und Bowlern
Eine Kugel, drei Löcher und zehn Pins
Streik kennt jeder in Deutschland. Doch erstaunlicherweise hat noch niemand seine Kugel niedergelegt, wenn auf einer Bowlingbahn laut „Strike!“ gerufen wurde. Im Gegenteil: Das Spiel mit der einen Kugel, den drei Löchern und den zehn Pins (Pins, nicht Pils, Männers!) erfreut sich in der Republik andauernder Beliebtheit. Kein Wunder, denn die ganz feinen Wurzelsprossen des US-Sports liegen hier, in uns´rem schönen Lande, und in Holland.
Was kaum jemanden wundern wird: Bowling ist aus dem Kegeln entstanden. Das soll es angeblich in verschiedenen Formen schon seit 7000 (!) Jahren geben. Dies hat wahrscheinlich in seinem noch früheren Ursprung etwa so ausgesehen: Im finstersten Neandertal nahm Herr Hurgh aus Gründen der Feuerholzerstellung einen großen Stein und schmiss diesen mit großer Leidenschaft und noch größerem Gegrunze in eine Neuner-Gruppe Bäume. Nicht nur, dass Herr Hurgh so immer genug ökologisch verträgliches Heizmaterial zur Verfügung hatte – da er immer den gleichen Stein nahm und der aus Gründen der Abnutzung immer runder wurde, durfte er (Herr Hurgh, nicht der Stein) sich irgendwann auch als Erfinder des Rades feiern lassen. Zwangsläufig entwickelte sich daraus ein überaus kultiviertes Freizeitvergnügen.
Illegale Wetten – Kegeln verboten
Dennoch wurde das Kegeln in den Vereinigten Staaten von Amerika schnell verboten. Der Grund: illegale Wetten. Doch trotz empfindlicher Geldstrafen konnten die Kegler ihre Finger nicht von der Kugel lassen. Also bohrten findige Genossen drei Löcher in ihr Spielgerät, stockten die Anzahl der Pins auf zehn auf – und schwupps, war das „Ten Pin Bowling“, wie es heute noch in den USA genannt wird, geboren.
Anfang des 20. Jahrhunderts kam Bowling nach Europa, doch erst in den sechziger Jahren wurde es über erste Großanlagen mit automatischen Pinaufstellern langsam populär. Langsam, weil sich anfangs hartnäckig das Gerücht hielt, die Bowling-Center seien nur für Vereine und man müsse seine Ausrüstung selber mitbringen. Inzwischen ist Bowling ein Volkssport. Und ein gesunder dazu. Denn Sportärzte loben die Belastung des kompletten Muskelapparates. Zudem sind Verletzungen äußerst selten und nur Langfingern und Fingernagelfetischistinnen bekannt. mbu.
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