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Turniere - das Salz in der Suppe des Einzelkämpfers

Was ist eine Suppe ohne Gewürze – speziell Salz? Ganz einfach: sie ist fad, etwas fehlt, ja gut – sie macht auch so satt, aber der Genuss fehlt! Übertragen auf den Freizeitracketsportler heißt das in etwa: Ich kann mein Leben lang in meinem Umfeld, mit meinen Freunden, Arbeitskollegen oder meiner Trainingsgruppe den internen Vergleich auf dem Feld suchen, aber wenn ich wissen möchte, wo ich leistungsmäßig stehe bzw. ob ich dem Druck eines Turniermodus gewachsen bin, muss ich es auch mal ausprobieren. Ein Turnier ist eine völlig andere Herausforderung für den Racketsportler, der normalerweise ein bis zwei Spiele um den Sieg pro Trainingseinheit spielt, und dann so oder so erschöpft und irgendwie glücklich den Weg zur Dusche, Sauna oder zumindest Umkleidekabine antritt. Im Folgenden seien mal ein paar Unterschiede herausgegriffen, die gerade die Turnierform dem Spieler so recht schmackhaft macht.

1. Die Dauer
So ein attraktives Turnier mit einem breiten Teilnehmerfeld, eventuell in zwei Leistungsklassen oder nach Geschlecht unterteilt, kann schon mal zwischen einem halben Tag und einem ganzen Wochenende dauern. Das heißt natürlich im Vorfeld, die Sporttasche dahingehend zu füllen, dass die Wartezeiten bis zum nächsten Spiel sich möglichst angenehm gestalten. Mp3-Player + Radio, Müsliriegel, Obst, was zu Lesen, Schreiben oder gleich das Web-Book und die Digicam mitnehmen und die besten Bilder gleich auf Facebook für alle Freunde uploaden. Auch komplette Garnituren (Hose und Shirt) zum Wechseln empfehlen sich, damit man nicht schweißnass auf sein nächstes Spiel warten muss und sich eventuell erkältet. Die meisten Turnierausrichter bieten übrigens durchaus Verpflegung im Rahmen des Turniers an, meist sind das jedoch eher leckere als leichte Sachen, die den Organismus wenig belasten. Wichtig ist es natürlich auch im Zuge der mehrfachen Spiele in einem Turnier, dass man seine Kräfte sinnvoll einteilt. Heißt im Klartext: nicht in den ersten Spielen gleich voll verausgaben bzw. auf „gewinnen reicht“ spielen und nicht den Gegner möglichst hoch demoralisieren. Es gibt übrigens auch ganze Turnierzyklen, die über Monate an verschiedenen Orten ihre Gesamtsieger ausspielen.

2. Die Aussicht, etwas zu gewinnen
Die Veranstalter probieren natürlich mit allerlei materiellen Anreizen, Teilnehmer zu gewinnen. Gerade bei Freizeitturnieren gibt es oft liebevolle Unikate oder kuriose Kleinodien im Preisbeutel wie diverse Gutscheine, Kulinarisches und auch durchaus wertvoll Materielles zu gewinnen. Neben den immer wieder gerne genommenen Pokalen, Medaillen und Schleifchen, können da auch schon mal Reisen, Wertschecks, Spielgerät sowie komplette Bekleidung und auch mal ein Wochenende mit einem flotten Flitzer oder eine Busreise nach Rom als Preis winken. Alle diese Anreize machen einen spielerisch vielleicht nicht besser, aber die Aussicht darauf erleichtert einem das Anmelden zu so einem Turnier ungemein und weckt eventuell die letzte Kraftreserve kurz bevor man ein Spiel verliert, um noch einmal das Ruder herumzureißen.

3. Die neuen Gegner
Oft trifft man im Laufe eines Turniers auf Gegner, mit denen man noch nie ein Wort gewechselt habe. Auf die Art lernt man andere Spieler und auch andere Spielsysteme kennen – man wird besser, selbst wenn man verlieren sollte. Man fachsimpelt nach dem Spiel rum (sag mal, wie machst du bloß immer diesen ansatzlosen Crossdrop?), man verabredet sich und oft entstehen sogar neue Trainingspaarungen für die Zeit nach dem Turnier. Den Horizont erweitern solche Begegnungen mit vorher fremden Spielern auf jeden Fall, selbst wenn nicht immer ein Sieg oder eine Freundschaft für die Ewigkeit am Ende zu Buche schlägt.

4. Die Turnierform
Um ein Turnier in guter, unterhaltsamer Erinnerung zu behalten spielt der Turniermodus eine nicht unerhebliche Rolle. Als Grundturnierformen gibt es die drei Kategorien Einzel, Doppel und Mixed. Danach wird meist nach Spielstärken getrennt und bei Doppelturnieren kann es auch mal mit erhöhtem Funfaktor dazu kommen, dass die Doppelpartner nach jeder Begegnung wechseln. Bei reinen Spaßturnieren kann man auch schon mal mit behindernden Elementen (und damit ist nicht der Doppelpartner gemeint) aufs Spielfeld müssen. Batmanmaske auf dem Kopf, Luftballon am Schläger, Taucherflossen an den Füßen usw. Ansonsten gibt es Gruppenmodi (jeder gegen jeden und die Besten kommen weiter, einfache K.o.-Runden (ein Stammbaum - wer verliert scheidet aus, der Gewinner kommt weiter bis zum süßen Ende) und Doppel-K.O.-Runden, die spiegelbildlich auch alle Verlierer noch im Turnier belassen, um im Finale den besten aller zu früh Ausgeschiedenen krönen zu können.

Ach ja – das Wichtigste haben wir fast vergessen: Der Spaß steht bei Turnieren auf Freizeitniveau eigentlich immer im Vordergrund. Schließlich verdienen wir alle kein Geld damit und da bleibt der Spaß an dem Ganzen und letztendlich der Sieg über den inneren Schweinehund nun mal übrig. Nicht zu vergessen die Story des Turnierverlaufs, den man später noch ggf. seinen Enkeln erzählen kann. Und nimmt es doch einmal einer der Gegner zu ernst, dann nehmen wir ihn nach Spielende gleich mal zärtlich in den Arm und erzählen ihm von den wirklich wichtigen Dingen in dieser Welt (neeeein…nicht Fußball!), denn wir wissen es besser!

Gene Galaxo

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