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Konfuzius sagt: Harmonie ist Energie!

Ein Abstecher in das Land der aufgehenden Sonne
China - 10 Millionen Quadratkilometer groß, beherbergt 1,3 Milliarden Menschen, weist 18 verschiedene Klimazonen auf, fungierte als Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2008. Nackte, kalte Fakten, in jedem Lexikon nachzulesen. Größe, Länge, Gewicht. Aber was weiß der ach so aufgeklärte westliche Bürger wirklich von der bevölkerungsstärksten Nation der Welt?
Von einem Land, dessen 4000jährige Geschichte fast jede andere Zivilisation, zumindest in hiesigen Breitengraden, ziemlich unbedarft aussehen lässt. Ein kleines Beispiel: Als im Mittelalter in Europa die Hexenfeuer loderten, die spanische Inquisition kreativ mit Daumenschrauben experimentierte, und die neue Welt sich noch relativ sicher fühlen konnte vor europäischen Eroberern auf der Suche nach Gold, Land und ewiger Jugend, was lief da im Land der aufgehenden Sonne? Kunst und Kunsthandwerk blühte. Ein florierender Handel mit Seide und Porzellan machte China zur bedeutendsten Seefahrerfahrernation der damaligen Welt. Die Große Mauer stand bereits seit Jahrhunderten. Das riesige Reich wurde verwaltet mit einer Effektivität, die einzigartig war. Literatur, Malerei, Kalligraphie und Theater waren herausragend. Und das alles zu einer Zeit, als man hierzulande Gefahr lief, auf dem Scheiterhaufen zu brutzeln, nur weil man überhaupt schreiben konnte!

Man kann ja durchaus geteilter Meinung sein, was das chinesische Verständnis von persönlicher Freiheit betrifft, von moderater Innen- und Außenpolitik, oder auch nur von den leckeren Snacks zwischendurch: geröstetem Skorpion, gehächselter Kobra oder, hmm, gekochter Kuhplazenta. Genüsse, bei denen sich dem eifrigen Zuschauer von perfekten Fernsehdinners der Magen umdreht. Manche mögen diese oder ähnliche „Kulturschocks“ als Grund nehmen, gleich alles abzulehnen, was aus der Volksrepublik rüberschwappt. Aber China hat uns in den vergangenen Jahrhunderten auch einiges gebracht, über das es sich lohnt nachzudenken:

Die chinesische Philosophie mit allen ihren geistigen und körperlichen Ausdrucksformen ist gerade in den letzten Jahren immer populärer geworden. Das Prinzip der Harmonie von Himmel, Erde und Mensch bringt den ewig gestressten Manager, die allein erziehende Mutter oder den gichtgeplagte Senioren nicht nur mit sich selbst in Einklang, es kann auch helfen, zivilisationsbedingte Krankheiten abzumildern und ein gesünderes und glücklicheres Leben zu ermöglichen. Während sich westliche Mediziner Jahrhunderte lang darauf konzentrierten, Symptome zu bekämpfen, ziehen es traditionelle asiatische Heiler ebenso lange vor, die Ursache einer Krankheit zu finden und den Menschen als Ganzes zu behandeln: nicht nur den Körper, sondern auch Herz, Geist und Seele.
Auf zwei spezielle Stile soll in diesem Zusammenhang besonders hingewiesen werden.

Tai Chi
Eine Art Schattenboxen, das zu den inneren Kampfkünsten gezählt wird, weil es nicht hauptsächlich die Abwehr äußerer Feinde unterstützt, sondern eine Verbindung zur philosophischen Grundlehre des Eins-Seins mit allen Dingen aufbaut. Es dient sowohl der Selbstverteidigung als auch der Persönlichkeitsentwicklung und Meditation. Man könnte lang und breit zu erklären versuchen, was das Chi ist: Energie, Kraft, Existenz, Bewegung, Form, Lebensatem… Aber wie ein berühmter Philosoph einst sagte: man muss nicht alles verstehen, aber man kann es ja mal ausprobieren!

Ob nun Solo- oder Partnerübungen, mit Waffen oder ohne, ob im Studio oder im Park, die weichen, fließenden Bewegungen, die Atem- und Konzentrationsübungen und die Philosophie dahinter locken immer mehr begeisterte Anhänger zu den Centern und Sportstudios. Die Berliner zum Beispiel zu „die wohlfühler“, ins Sport Centrum Siemensstadt, ins Wellness-Studio Medical Move oder in die Kampfkunstakademie bzw. das Mewis Dojo. In Hamburg sind es vor allem die Tai Chi Schule Birgit Siemssen und Wu Wie – Schule für Tai Chi und Qi Gong, welche sich auf den Megatrend aus China spezialisiert haben. Womit wir schon beim zweiten Stil wären:

Qi Gong
Ähnlich wie Tai Chi, aber mehr auf den gesundheitlichen Präventionsaspekt konzentriert. Körper und Geist sollen durch Bewegungsabläufe und Meditationstechniken kultiviert werden, die Lebensenergie harmonisch und frei fließen. Verschiedene Strömungen aus dem Buddhismus, Daoismus, aus Kampfkünsten, der chinesischen Medizin und auch aus westlichen Prinzipien wie Bioenergetik und autogenem Training bilden und formen Qi Gong, das sich beständig weiter verändert. Im Wesentlichen besteht es aus Übungen in Bewegung oder Ruhe, bei denen Atmung, Haltung und Bewusstsein zu einer Einheit integriert werden, um den Fluss der vitalen Energie im gesamten Körper zu vermehren, die Blutzirkulation zu verbessern und das Immunsystem zu stärken.

Aus innerem und äußerem Elixier werden also Sportarten, die den Körper fit, das Herz gesund, den Verstand klar und den Geist rege halten. Tai Chi und Qi Gong machen nicht nur gesund, sie machen vor allem glücklich!

Tina „Nr. 136 gebraten mit Reis“ Mottok

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