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Redaktionelles aus dem Bereich Fitness

Emanzipation an der Fitnessfront

Zweifellos gibt es viele Männer mit einem Bauch. Und zwar einem Bauch der gegenüber anderen Körperteilen besonders hervorsticht! Leider bei den wenigsten Exemplaren in Six-Pack- Manier, so wie es von der weiblichen Welt hauptsächlich gewünscht wird, sondern eher in „Bier-formte-diesen-wunderschönen-Körper“-Manier. Zwar durchaus selbstironisch, aber trotzdem nicht attraktiver. Warum also der Hang beim Manne in den mittleren Jahren, seinen Körper eher barock zu modellieren, als so, wie es die Mehrzahl der mitteleuropäischen Frauen wünscht?
Wie schizophren, da gerade Männer ab 40 dazu neigen, auch jüngeren Frauen gefallen zu wollen (umgekehrt ist es natürlich ebenso!). Aber „mein Geld, mein Auto, mein Haus“ schleppt man eben im Gegensatz zur allgegenwärtigen Wampe nebst Schwabbelgesäß nicht ständig mit sich rum. Und zum Erstkontakt kommt es eben meist nur, wenn die Attraktivitätswerte sich im kompatiblen Bereich bewegen.

Frauen haben im gleichen Alterssegment ein anderes Körperbewusstsein, sie sind viel eher bereit gegen die Zivilisationssünden von Mc. Doof, Würger King und Tunella in ihrer Freizeit anzukämpfen.

Bauch – Beine – Po ist das Thema. Schon mal gehört? Klar – Frauensport. Männer bekommen keine Cellulite und brauchen so was nicht. Das machen doch nur Frauen, um die Spuren der Schwangerschaft loszuwerden – alles Quatsch! Von der Evolution zweifellos bevorteilt, neigt der Mann schneller zum Muskelaufbau als die Frau. Aber ohne eine ständige Nutzung und Förderung dieses Muskelapparats (wie in der Jugend beim Fußballspielen und Fahrradfahren) verkümmert dieser und der Körper stellt auf Schongang inkl. „Ressourcen horten“ um – ergo der Bauch wächst proportional zur Trägheit des Besitzers. Kommen wir noch mal zurück zu dem Bauch-Beine-Po-Kurs-Thema.

Jüngst befragte ich einen renommierten Berliner Fitnessanbieter ob die Kurse denn nur auf weibliche Teilnehmer beschränkt seien. „Natürlich nicht“, antwortete er mit vielsagendem Blick. Zugegebenermaßen nehmen bis jetzt fast ausschließlich Frauen daran teil, aber – hey – das ist doch das Paradies auf Erden für Midlifcrises geplagte Männer in den besten Jahren. Die bloße Anwesenheit reicht, um von der holden Weiblichkeit, die redlich ihre Körper im selben Kurs stählen, bemerkt zu werden. Und bringt neben bewundernden Blicken auch das eine oder andere Gespräch ein.

Natürlich wollen wir das Thema nicht nur aus der Sicht der Männer mit erhöhten Testosteronwerten betrachten und auch das Vorurteil, man müsse in rosa Leggins an solchen Kursen teilnehmen, gehört in der Gerüchteküche der 80er verkocht. Bauch-Beine-Po-Kurse gehen auch männliche Problemzonen an und stellen eine prima Ergänzung zum bisher eventuell bevorzugten Kraftsport dar. So sieht man nach vollendetem Kursprogramm nicht nur aus, als könne man mit zwei Kästen Mineralwasser an den Händen in den sechsten Stock rennen, sondern kann es tatsächlich. Und kommt oben noch so frisch an, dass man der eben die Tür öffnenden Nachbarin einen schönen Tag wünschen kann und nicht nur so was wie: „…schwitzhechelkeuchächtzichmussmicherstmalsetzen…. von sich gibt.

Gene „aua – mein Po“ Galaxo

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