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Racket-Future-Sports

Viele Menschen wünschten sich, in die Zukunft schauen zu können, um im Kleinen an der Börse oder bei Fußballwetten unendlich viel Geld gewinnen zu können, oder um im Großen die gesamte Sicht auf die zukünftige Menschheitsgeschichte im Auge zu behalten. Ein ganzer Wissenschaftszweig - die Zukunftsforschung (Futurologie) - beschäftigt sich seriös mit diesen Fragen und steht in Analogie zur Geschichte als Wissenschaft von der Vergangenheit. Voraussagen beispielsweise zur Entwicklung (und damit Zukunftsvorhersagen) des Weltklimas und Ozonlochs sind bekannte Ergebnisse der Zukunftsforscher. Auch im Sport gibt es immer wieder Modelle, die zukünftige Entwicklungen anhand aktueller Trends vorauszusagen versuchen.
Oft geht man einfach mal ein paar Schrittchen in die Vergangenheit und kann dann recht leicht mit einem Blick in die Futursport-Glaskugel Zukünftiges vorhersagen.

Von der Vergangenheit zur Gegenwart

In so manchem Racketsportcenter sieht man als rühmliche Trophäen alte Holzschläger, oft in stabilisierende Rahmen eingespannt, an der Wand hängen. Wir alle wissen jedoch inzwischen das Schlägermaterial „Kevlar“ (eigentlich „Aramid“) sehr zu schätzen. Auch sehr leichte und stabile Carbonfaserschläger für Tennis, Squash und Badminton gibt es erst seit den späteren 80ern. Die neuen Werkstoffe waren natürlich ursprünglich für eine ganz andere industrielle Anwendung entwickelt worden. In der Freizeit finden neue Materialien meist erst lange nach ihrer Erfindung eine Nutzung – frei nach dem Motto: erst die Arbeit – dann das Vergnügen.

Neben den Materialien hat sich im Laufe der Zeit auch die Form der Rackets stets weiter entwickelt. Hier gilt die Faustregel: Je leichter die Materialien der Schläger wurden, desto größer konnten die Designer den Schlägerkopf gestalten, ohne dass es sich negativ auf das Gewicht des Schlägers auswirkte und somit auf die Handgelenke des Spielers.

Nicht nur die Rackets, sondern auch das fliegende und rollende Objekt der Begierde haben eine rasante Entwicklung hinter sich. Tennisbälle, heutzutage ein wahres High- Tech-Produkt aus Filz, Gummi und Druckluft, waren im Mittelalter vollständig aus Leder oder enthielten einen Kern aus Wolle, Haupt- oder Barthaar und sogar Sand und Metallspänen. Dass bei einem Körpertreffer (historisch belegt) durchaus Verletzungen mit Todesfolge das Spielergebnis beeinflussten, ist zwar tragisch, aber einleuchtend. Das geflügelte Wort: „Sport ist Mord!“, hatte damals also durchaus seine Berechtigung.

Kommen wir zur Sportbekleidung. Ab dem 16. Jahrhundert werden spezielle Sportschuhe hergestellt. Sie haben keinen Absatz und meist Sohlen aus Filz. Heutzutage liegt der Schuhentwicklungsschwerpunkt neben modischen Gesichtspunkten wie bei vielen Sportarten auf den Sektoren Dämpfung und Atmungsaktivität. Die Bekleidung an sich ist - bis auf den „Weiß Tick“ der Tennisspieler, der Ende der 80er durch André Agassi aufgeweicht wurde - ebenfalls eher modischen Aspekten unterworfen.

Wohin geht der Weg?

Im Bereich der Sportmaterialien ist derzeit kaum mit großen Überraschungen zu rechnen. In Bezug auf die sportliche Entwicklung und das Regelwerk aber können wir eine besondere Prognose wagen. Der werdende Racketsportler will zukünftig keinesfalls mit kompliziertem Regelwerk überfordert werden. Stile und Equipment werden weiterhin immer eine große Rolle spielen. Virtuelle Spielszenarien im Wohnzimmer, wie zurzeit über Nintendo Wii möglich, erleichtern gerade Anfängern den Einstieg in eine Racketsportart. Wenn man erst mal Appetit beim Wohnzimmertennis bekommen hat, juckt es einen bald, auch mal live die rote Asche unterm Fuß zu spüren und den neonfarbigen Tennisball zärtlich zu streicheln, eh man ihm kräftig den Filz versohlt.

Bis zur Erfindung des holografischen Vollraums brauchen sich die Racketsportler keine Sorgen machen, dass ihre Sportarten virtuell substituiert werden. Der Spaß an einer echten Runde chinesisch (Tischtennis) auf dem Schulhof oder Federball im Stadtpark bzw. am Strand sind einfach noch nicht durch neumodische „Telespiele“ ersetzbar.

Gene Galaxo

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