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Springt doch! - Teambildende Maßnahmen
Da stehen sie nun - acht Mitarbeiter aus der Marktingabteilung eines mittelgroßen Unternehmens. Ihr Chef hat sie an die Spitze einer 500 Meter hohen Klippe geschickt. Die ewigen Zickereien mögen ein Ende haben, gab er ihnen mit auf dem Weg zum Teambuilding-Seminar. Und nun stehen sie hier, einen halben Kilometer unter ihnen donnert die Gischt um schroffe Felsen, und ihr Trainer Heribert F. hat ihnen gesagt, sie müssten gleichzeitig springen, um unten als perfekt funktionierende Einheit anzukommen . . .
Was sicher ist: Die Machtspielchen innerhalb dieser Gruppe hätten im Anschluss an diese Maßnahme endgültig ein Ende. Mit Teambuilding oder auch Teamdesign hat dieses Beispiel allerdings nur eine Gemeinsamkeit: das Extreme.
Wenn es innerhalb einer Gruppe nicht stimmt, wenn die Effizienz höher sein könnte – dann gibt es, auch im Sportnetzwerk funpool, zahlreiche Anbieter, die durch verschiedene Maßnahmen mehr aus jedem Team herausholen. Dabei geht es in erster Linie um Vertrauen. Denn wenn man weiß, dass man sich auf den Mitstreiter verlassen und Fehler machen kann, weil ein anderer sie notfalls ausbügelt – erst dann stimmt die Motivation, erst dann geht man ein Risiko ein, das sich zumeist auszahlt.
Die Maßnahmen der Teambuiling-Experten sind häufig recht einfach. Ein Beispiel: Zehn Leute stehen sich in Zweierreihen gegenüber und reichen sich die Hände. Auf dieses „Netz“ springt jetzt ein elfter Mitarbeiter. Schert einer der Träger aus, wird’s brenzlig. Aber wenn alle mitmachen, haben auch alle etwas davon. Die Gruppe weiß, dass sie diese Aufgabe lösen kann, und der Springer spürt das rückhaltlose Vertrauen in seine Kollegen. So etwas schweißt zusammen.
Um dabei allerdings auch die Grenzen der Gruppe auszuloten, gehen die Anforderungen meist ins Extreme. Wildwasser-Rafting, Hochseilgärten, Kletterwände, Gewaltmärsche – all das taugt, um Teams noch erfolgreicher zu machen. Denn der Widerspruch zwischen Kooperation und Konkurrenz wird dadurch bis auf das Kleinstmaß minimiert. Übrigens: Die acht Mitarbeiter aus der Marktingabteilung eines mittelgroßen Unternehmens sprangen nicht. Von Heribert F. allerdings fand man nie wieder eine Spur . . .
Micha Bustian
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